Allgemein

Wie du in 7 Schritten mehr Willensstärke erlangst

Teile diesen Beitrag

Mit der Fastenzeit beginnt eine Zeit im Jahr, in der wir uns bewusst von mehr oder weniger geliebten Angewohnheiten verabschieden können. Warum du das mal ausprobieren solltest (wenn du es noch nicht getan hast) und wie du so deine Willensstärke schulst, das liest du in diesem Artikel.

Noch etwas müde und verschlafen steige ich die Treppen hinunter in die Küche, die ersten Sonnenstrahlen des Morgens blinzeln mir schon durch die Fenster entgegen. Die Kinder und mein Mann schlafen noch – eine Zeit nur für mich. Ganz automatisch laufen die nächsten Handgriffe ab: Kaffeefilter in die Kaffeemaschine, Pulver, Knopf drücken, den Duft des ersten Kaffees am Morgen genießen, das bittere, heiße Getränk in kleinen Schlucken trinken. So mache ich es jeden Tag…heute aber erst einmal zum letzten Mal, denn morgen beginnt die Fastenzeit und ich habe mich entschlossen, auf einen Teil meiner Morgenroutine zu verzichten. Meinen Kaffee.

Die Fastenzeit vor Ostern kennen die meisten in Verbindung mit der römisch-katholischen Religion. Aber auch andere Religionen kennen wiederkehrende oder individuelle Fastenzeiten. Zu fasten oder auf bestimmte Dinge zu verzichten ist aber keine rein religiöse Übung sondern kann einige wertvolle Vorteile für jeden beinhalten.

Welche Vorteile bringt Verzicht?

Im Jahr 1968 legten Forscher einen Test an, um die Selbstkontrolle von Menschen zu verstehen. Sie setzten ihre vierjährigen Probanden an einen Tisch vor einen Marshmallow und versprachen, dass sie eine Belohnung bekämen, wenn sie auf diesen Marshmallow verzichteten. Einige Kinder schafften es, der Versuchung zu widerstehen, andere wiederum nicht. Die Forscher konnten feststellen, dass die Kinder, die schon mit 4 Jahren die Willensstärke aufbrachten, der Verlockung zu widerstehen, auch als junge Erwachsene sehr viel stärker in der Lage waren ihre Impulse zu kontrollieren. Sie zeigten sich besser in Schule und Ausbildung und bewiesen deutlich stabilere Persönlichkeitsmerkmale als ihre Mit-Probanden, die den Marshmallow gegessen hatten.

Auch aus evolutionärer Sicht ist der Verzicht durchaus sinnvoll: Nicht immer war Nahrung vorhanden und auch längere Hungerzeiten mussten mental und körperlich zu verkraften sein. Im Anschluss an lange Durststrecken konnte der Mensch dann auch wieder entspannen.

In unserer heutigen Zeit merken wir, dass wir in einer festgelegten Fastenzeit Rituale und Angewohnheiten in Frage stellen, die uns vielleicht auf Dauer nicht gut tun, die wir übertreiben oder die uns auf Dauer krank machen können. Die bewusste Auszeit kann dabei helfen, den Absprung danach endgültig zu schaffen oder anschließend wieder bewusster genießen zu können.

Hinzu kommt, dass du deine Willensstärke mit so einer bewussten Auszeit auch wirklich gut trainieren und auf andere Lebenslagen vorbereiten kannst. Wer weiß, wo es vielleicht mal hilfreich ist, deine Impulse besser zu kontrollieren und Belohnungen in Hinblick auf langfristige Erfolge aufschieben zu können.

In 7 Schritten zu mehr Willensstärke

Trotz aller Vorteile ist es nicht immer so leicht, sein Verhalten von heute auf morgen zu ändern und lieb gewonnene Gewohnheiten abzulegen. Diese Schritte solltest du einhalten, um es dir ein wenig einfacher zu machen:

1. Setzen von realistischen Zielen

Stecke dir einen festen Rahmen, in dem du auf etwas verzichten willst (die Fastenzeit bietet sich dafür einfach gut an. Sie umfasst 40 Tage und ist damit sehr gut überschaubar). Setze dir realistische Ziele, an die du selbst auch glauben kannst. Sie sollten herausfordernd, aber machbar sein.

Wenn du dich beispielsweise bislang nur von Fast Food ernährt hast, wäre es vielleicht unrealistisch, deine ganze Ernährung auf einen Schlag auf gesund umzustellen! Vielleicht beginnst du dann erstmal mit einem gesunden Frühstück und setzt dieses Ziel dann auch jeden Tag um.

2. Notiere, was du erreichen willst

Ganz wichtig: Du solltest dir immer aufschreiben, was du erreichen oder umsetzen willst. Im Alltag kann es sonst schnell dazu kommen, dass du deine Vorsätze vergisst oder sie dir auf einmal nicht mehr so wichtig erscheinen.

Mach dir selbst nichts vor und schreib sie dir deshalb auf! Wenn dein endgültiges Ziel aus mehreren kleinen Schritten besteht, dann unterteile sie in Kleinziele und setze diese Schritt für Schritt um, bis du am Endziel angekommen bist.

3. Suche dir Mitstreiter

Der Mensch ist eben sozial! Gruppendruck erhöht meist die Erfolgschancen, also teile anderen mit, was du vorhast, finde interessierte und motivierte Mitstreiter und werbe für Unterstützung und Verständnis. So bekommst du an schlechten Tagen von deinen Fasten-Freunden neuen Wind unter den Flügeln anstatt gefrustet aufzugeben.

4. Schaffe neue Rituale

Es ist immer schwierig, ein Ritual einfach nur wegfallen zu lassen, ohne einen Ersatz dafür zu haben. Also denke im Voraus schon darüber nach, wie du die „Lücken“ füllen kannst. Ich werde zum Beispiel anstatt meines Kaffees einen leckeren Ingwertee trinken und wer weiß, ob mir mein neues Ritual nicht genauso oder noch besser gefällt?

5. Mach dir eine Freude

Belohnungen müssen und sollen sein. Wenn du es geschafft hast, in deinem festgelegten Zeitraum auf etwas zu verzichten, dann belohne dich zwischendurch und besonders am Ende mit anderen achtsamen Erfahrungen. Dir fallen doch bestimmt viele tolle Belohnungen für dich ein, oder?

6. Entspanne dich

Kurze, tägliche Meditationseinheiten können bereits die Willenskraft schulen, also ersetze doch vielleicht ein altes Ritual mit dem Meditieren? Auch Achtsamkeit im Alltag lässt die mentale Stärke wachsen und macht es dir umso leichter, dein Ziel zu verfolgen.

7. Glaube an dich

Glaube an dich! Es ist so wichtig, dass ich es nochmal wiederhole…Wenn du etwas willst und an dich glaubst, dann wirst du es schaffen. Viele Studien konnten belegen, dass es tatsächlich einen riesigen Unterschied für das Resultat macht, ob du im Prozess an dich glaubst oder nicht. So auch beim Fasten. Und wenn dir doch mal ein Ausrutscher passiert, sei nicht zu hart zu dir und verzeihe dir. Du packst es einfach mit neuer Kraft wieder an.

Macht Fasten glücklich?

Sich selbst ein Ziel zu setzen, dieses dann auch zu erreichen und sich selbst dafür zu feiern, das ist es, was beim Fasten glücklich macht. Bewusst zu verzichten und dabei über sich selbst hinaus zu wachsen ist an sich schon die Belohnung, denn du weißt: Wenn du hierbei über dich selbst hinaus wachsen kannst, dann kannst du es in anderen Bereich auch! Das schenkt dir Mut, Willensstärke und Selbstvertrauen, um deine nächsten Ziele angehen zu können.

Also, nutze doch die Fastenzeit und übe dich im Erreichen deiner Ziele. Was fastest du? Erzähle es mir doch gern unten in den Kommentaren.

Liebe Grüße,

deine

P.S.: Wenn du noch keine Idee hast, auf was du in der Fastenzeit verzichten könntest, dann lade dir doch meine Ideen für deinen Fastenplan 2019 herunter:

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.