Allgemein

4 gute Gründe für mehr Faulheit

Steh auf!

Leg los!

Go for it!

Überall schreien uns motivierende Sprüche in Signalfarben entgegen. Leg dich bloß nicht auf die faule Haut, wollen sie uns sagen. Schön dran bleiben, wenn du etwas erreichen willst im Leben! Warum das aber nicht die ganze Wahrheit ist und es auch mal richtig gut ist, alle Viere von sich zu strecken, liest du in diesem Artikel.

Heute ist einer dieser Tage: Du würdest dich am liebsten auf dem Sofa verkriechen und die Welt an dir vorbei rauschen lassen. Nichts hören, nichts sehen, nichts machen. Habe ich dich erwischt?

Und dann liest und hörst du es überall: Steh auf und bleib dran an deinen Zielen. Motivationstrainer gibt es wie Sand am Meer und alle stehen mit drohendem Zeigefinger da, wenn du mal so gar nicht aus dem Quark kommst. Und schon meldet sich dein schlechtes Gewissen.

So eine faule Auszeit hat aber auch ihre richtig guten Seiten und du solltest dir tatsächlich hin und wieder erlauben, so eine einzulegen. Vier fantastisch gute Gründe dafür, einfach mal faul zu sein, findest du hier:

1. Langeweile macht kreativ

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul fordert schon längst, dass Kinder sich mehr langweilen sollen. Sie würden nur im Zustand der Langeweile richtig zur kindlichen Kreativität angespornt.

Langeweile, ohne Berieselung und Beschallung, ist genau so wichtig auch für Erwachsene. Wir profitieren ebenso davon, wenn wir mal eine richtige Auszeit nehmen und uns von überflüssigem Entertainment fern halten.

Allein mit den eigenen Gedanken kommen vielleicht die wunderbarsten Ideen zum Vorschein oder du entwickelst neue kreative Pläne. Langeweile macht eben erfinderisch!

„Langeweile, zur rechten Zeit empfunden, ist ein Zeichen von Intelligenz.“

– Clifton Fadiman

2. Muße tankt die Reserven auf

Bestimmt ist es dir auch schon aufgefallen, dass du nach besonders anstrengenden Phasen im Berufsleben oder im Privaten einfach mal ein paar Tage durchhängst.

Sei unbesorgt, das ist ziemlich normal!

Als wir noch im Lendenschurz bekleidet riesigen Mammuts hinterher gejagt sind, konnten wir phasenweise auch zu echten körperlichen und mentalen Höchstleistungen aufdrehen. Der Mensch ist tagelang auf der Suche nach Nahrung gewesen, hat gejagt, seine Zelte auf- und wieder abgeschlagen, bis er schließlich genug Nahrung für seinen Clan gefunden hat – und dann war erstmal Pause angesagt.

Auf anstrengende Phasen muss immer wieder auch Entspannung folgen. Unser Gehirn und unser Körper brennen sonst aus und funktionieren schließlich nicht mehr einwandfrei. Werden die eigenen Signale immer weiter ignoriert und Erholungspausen immer wieder verschoben, können Burn-out und Depressionen die Folge sein. 

Der Mensch braucht also den Wechsel von Anspannung zu Entspannung. Nach einer hohen Arbeitsbelastung muss dann wieder eine entsprechende Ruhe-Phase folgen.

Dieser Ruhe-Modus tankt unsere wertvollen Reserven auf und macht uns widerstandsfähiger für die nächsten anstrengenden Zeiten. Eine wichtige Schutzfunktion des Körpers also, die gleichzeitig vor Depressionen schützt.

Dabei ist es höchst individuell, welches Maß an Arbeit und Anstregung als belastend empfunden wird und wie lang und intensiv die Ruhephasen sein müssen, um die Energie-Tanks voll zu laden. Du wirst nicht drumherum kommen, dich selbst und deine Bedürfnisse richtig gut kennen zu lernen.

„Muße und Wohlleben sind unerlässliche Voraussetzungen aller Kultur.“

– Max Frisch

3. Faulenzen hilft beim Aufräumen im Kopf

Wir sind einer ständigen Flut an Reizen ausgesetzt, die wir mit allen Sinnen aufnehmen und verarbeiten. In der Fülle, in der uns Informationen tagtäglich angeboten werden, kann unser Gehirn und unser Geist sie jedoch gar nicht ein- und aussortieren.

Daher ist es so wichtig, auch Pausen und Faulenzer-Zeiten zuzulassen, um uns die Chance zu geben, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und in unserem Gehirn mal zwischendurch aufzuräumen. So entsteht auch wieder Platz und Bewusstsein für die Prioritäten im Leben.

Schon die griechischen Philosophen ließen einfach mal Fünfe gerade sein und machten den Müßiggang zu einer Tugend. Sie wussten, dass es regelmäßige Pausen und Entspannung geben muss, wenn man kreativ und frei denken möchte.

4. Du wirst effizienter

Wenn du dir selbst regelmäßig Pausen gönnst und auch mal längere Zeit den Stillstand aushältst, wirst du danach wieder voller Energie die nächste Aufgabe anpacken. Du wirst lernen, mit weniger Zeit klar zu kommen und die angepeilte Lösung auch auf einfachen Wegen finden. Vielleicht ist es nach einer kleinen Auszeit gar nicht mehr so kompliziert, wie es anfangs aussah?

Außerdem wirst du lernen, Prioritäten zu setzen und Aufgaben von deiner Liste zu streichen, die für dich auf den zweiten Blick nicht relevant sind. So sparst du sogar „on the long run“ noch Zeit ein.

„Ich wähle immer eine faule Person, um einen harten Job zu machen. Denn eine faule Person findet einen einfachen Weg, es zu tun.“

– Bill gates

Nun musst du nicht durch und durch faul sein, um diese ganzen Vorteile für dich abrufen zu können. Aber leg öfter mal einen faulen Tag ein, wenn dir danach ist. Leg die Beine hoch und zieh dich aufs Sofa zurück, wenn alles in dir danach schreit. Horch in dich hinein und schau nach, welches Bedürfnis in dir nach Beachtung ruft und vor allem: Fühl dich gut dabei!

Vielleicht können dir meine vier Gründe dabei helfen, etwas selbstbewusster mit deinen weniger produktiven Phasen umzugehen – weil du es dir wert sein solltest.

Wann hast du das letzte Mal einen faulen Sofa-Tag eingelegt? Was sind deine Strategien, um deine Reserven aufzutanken und neue Kräfte zu sammeln? Lass es mich gleich unten in den Kommentaren wissen.

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